Der Traditionalismus, der in diesen Tagen durch die Aufhebung der Exkommunikation von vier Bischöfen der Piusbruderschaft ins Bewusstsein gerückt ist, tut sich nicht nur interreligiös sondern auch interdisziplinär schwer. Seine Ablehnung des Zweiten Vatikanischen Konzils ist die Ablehnung der Öffnung zur Welt, ihrer Autonomie und ihrer Wissenschaften.
Im November 1859 veröffentlichte der Theologe Charles Darwin sein Buch Die Entstehung der Arten. Hat die Idee von einem Schöpfergott seitdem ausgedient? Der Jesuit und Biologe Christian Kummer zeigt, dass Evolutionstheorie und Gottesglaube sich nicht ausschließen, sondern im Gegenteil aufeinander angewiesen sind.
Nach dem "Exotheologie"-Schmuckstück von Heinz-Hermann Peitz bin ich auf ein zweites Kleinod gestossen, diesmal aus dem Bereich evangelischer Theologie.
Der Physiker und Theologe Andreas Benk hat mit dem erfrischend provokativen Buch "Gott ist nicht gut und nicht gerecht" zum Nachdenken über das Gottesbild der Gegenwart angeregt. Verabschiedet er sich auch von Gott als Schöpfer, wenn er behauptet, dass "die Aussage, 'Gott ist Schöpfer' sofort wieder verneint, zurückgenommen werden muss"?
Es gibt keine Übereinstimmung darüber, was als eine gültige – und damit als eine wahrheitsfähige – Erklärung zählen kann, und deswegen muss die Auseinandersetzung zwischen Evolutionstheorie und ID in ihrer jetzigen Form fruchtlos bleiben.
Die „edition unseld" ist eine neue Buchreihe, die den Dialog zwischen Geistes- und Naturwissenschaften anregen und unterstützen will. Sie startete im April 2008 mit acht Titeln.