Das Zweite Vaticanum (1962-1965) war ein Pastoralkonzil, das zum aggiornamento [zur Modernisierung] des kirchlichen Lebens führen sollte.
Das Programm formulierte Johannes XXIII. in seiner Antrittsenzyklika „Ad Petri Cathedram” vom 29. Juni 1959. Papst Paul VI. setzte das Konzil nach Johannes’ Tod 1963 fort.
“Es gibt nichts in der katholischen Theologie, das man in der Gegenwart sachgerecht erörtern kann, ohne Kenntnis des Zweiten Vatikanischen Konzils.” (Elmar Klinger)
Vaticanum II und die Naturwissenschaften – Drei Impulse

Primärtexte
Der Pastoraltheologe Wolfgang Beck macht auf das Konkurrenzverhältnis von Religion und Technik aufmerksam. Er will dies aber nicht im Sinne einer kulturellen Verfallshermeneutik verstanden wissen, sondern vielmehr als theologischen Befreiungsprozess, als Befreiung von magischen Vorstellungen und auf Machterhalt ausgerichteter Strategien.
Sekundärtexte
In der konziliaren Anerkennung der Autonomie der irdischen Wirklichkeiten und ihrer Wissenschaften sieht Höhn einen nicht zu unterschätzenden Durchbruch.
Er sieht diesen Durchbruch aber relativiert, indem die Autonomie wieder theonom rückgebunden wird.
Das II. Vatikanum redet mit einer sehr hohen Wertschätzung von den Wissenschaften. Es kennt zwei Wissenskulturen (Wissenschaft und Theologie) und zielt auf deren Korrelation.
Es gab eine starke Bewegung, Galilei während des Zweiten Vatikanischen Konzils zu rehabilitieren. Am Ende einer erhitzten Debatte wurde ein Kompromiss errungen, der in den endgültigen Text einging.
Elmar Klinger spricht über die richtige Autonomie der irdischen Wirklichkeiten. Er diskutiert das Verhältnis des Konzils zu den Wissenschaften am Beispiel der Evolutionstheorie, die in jüngster Zeit einen Disput um Kardinal Schönborn ausgelöst hat.