- Der Wald lebt und kommuniziert - 14. Juni 2023
Da Dr. Heike Wagner, Leiterin des Fachbereichs Internationale Beziehungen, viele Jahre in Lateinamerika verbracht hat, konnte sie authentisch die Vorstellung der Indigenen vom “lebendigen Wald” nahe bringen. Man könne und müsse diese Wissensform ernst nehmen, indem man sich interkulturell herausfordern lässt – jenseits von Romantisierung und Exotisierung. Eine solche Offenheit setze allerdings nicht weniger als eine epistemische Dekolonisierung voraus, ein Hinterfragen der Machtstrukturen, die bestimmen, was “Wissen” ist. Dann könne man vom Anthropozentrismus, der den Menschen im Zentrum sieht, zu einer kosmischen Relationalität allen Lebens gelangen, zu einer Bescheidenheit, die Zuhören kann. Dann könne man vernehmen, was Bäume zu erzählen haben.

Überblick über die Tagung und Videodokumentationen
Dass Bäume mehr sind als Holzlieferanten, weiß jeder, der sich von der Schönheit der Wälder oder von majestätischen Baumveteranen verzaubern lässt. Unter der Oberfläche offenbart die Tagung vom 5.-6. Mai 23 eine geheimnisvolle Welt, die den Blick auf den Eigenwert der Pflanzen lenkt statt nur auf den Nutzwert.
Die Philosophin Regine Kather stellt Bäume als Zeitzeugen, Ökosysteme und Welterbe vor. Der dokumentierte Auszug aus dem Vortrag geht der Frage nach, ob Bäume ein Bewusstsein haben.
Heike Wagner konnte authentisch die Vorstellung der Indigenen vom "lebendigen Wald" nahe bringen. In einer epistemischen Dekolonisierung habe man diese Wissensform ernst zu nehmen jenseits von Romantisierung und Exotisierung.
Robert Vogl macht eine "Bildung für nachhaltige Entwicklung" stark. In Beispielen und im Selbstversuch mit den Teilnehmenden demonstrierte Vogl, wie eine solche Bildung konkret umgesetzt werden kann.