Das Streben nach technologischem Enhancement

von Jochen Sautermeister

Jochen Sautermeister
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Jochen Sautermeister stellt “moraltheologische Rückfragen” an das Streben nach technologischem Enhancement. Dabei grenzt er Enhancement von Therapie ab und zeigt, dass beide mit Normalitätsvostellungen operieren. Anschließend nennt er Beispiele für akzeptierte und umstrittene Formen des Enhancements.

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    In der theologisch-ethischen Reflexion unterscheidet er zwischen transhumanistischen Utopien und konkreten Enhancement-Techniken. Bei Utopien stehen Fragen von Freiheit und Kontingenzbewältigung im Vordergrund. Bei der Bewertung einzelner Techniken arbeitet die Moraltheologie mit Güterabwägungen auf Basis ethischer Prinzipien sowie naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse.

    Abschließend skizziert Sautermeister aus theologisch-ethischer Sicht einige Leitlinien im Umgang mit Enhancement, die Menschenwürde, Autonomie und Fehlbarkeit in den Blick nehmen. Sein Fazit ist, dass menschliche Freiheit zwar optimierbar, aber auch grundsätzlich bedingt ist.

    (Zusammenfassung von Claude-2, es gilt das gesprochene Wort)

    Mehr von der Tagung “Theologie, wie hältst du es mit der Technik?”

    Der systematische Theologe und Ethiker Jörg Dierken geht mit einer breit angelegten Reflexion auf die Begriffe Technik, Kultur und Theologie ein. Verbunden sind diese durch eine am deutschen Idealismus orientierten Verhältnis von Geist und Natur. Von daher diagnostiziert er die Positionen des Transhumanismus und der Gaia-Ökologie.

    Der Pastoraltheologe Wolfgang Beck macht auf das Konkurrenzverhältnis von Religion und Technik aufmerksam. Er will dies aber nicht im Sinne einer kulturellen Verfallshermeneutik verstanden wissen, sondern vielmehr als theologischen Befreiungsprozess, als Befreiung von magischen Vorstellungen und auf Machterhalt ausgerichteter Strategien.

    Für Birte Platow setzt der Diskursbeitrag von Theolog:innen voraus, dass sie sich technisches Wissen aneignen und ihre theoretischen Grundlagen überdenken müssen. Wichtig sind eine differenzierte Betrachtung von Technik und eine frühe Einbindung in Entwicklungsprozesse. Bezogen auf die Religionspädagogik zeigt Platow auf, wie sich Menschen in Analogie zu vorherrschenden Technologien wahrnehmen, was Auswirkungen auf die Identitätsbildung hat.

    Der wissenschaftlich–technische Fortschritt führt auch auf die Frage, was den Menschen letztlich ausmacht. Wie ist es um Freiheit und Verantwortung bestellt, und was wird künftig aus dem Menschen, wenn die Technik, insbesondere die Künstliche Intelligenz immer besser wird? Der Technikphilosoph Armin Grunwald stellt die alte Frage „Wer bist du, Mensch?“ auf aktuelle Weise neu: Als Frage nach dem Menschen im Spiegel seiner Technik.