Bildung für nachhaltige Entwicklung

von Robert Vogl

Robert Vogl
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Als Hochschullehrer für Kommunikation und Bildungsarbeit macht Prof. Dr. Robert Vogl eine “Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE) stark. Im Rückgriff auf die Deutsche UNESCO-Kommission sei davon auszugehen, dass für den Erfolg sämtlicher “Sustainable Development Goals”, die September 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurden, Bildung von essentieller Bedeutung ist. Unverzichtbar sei dabei eine intrinsische Motivation und Lebensweltbezug. In anschaulichen Beispielen und im Selbstversuch mit den Teilnehmenden der Tagung demonstrierte Vogl, wie eine solche Bildung konkret umgesetzt werden kann.

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    Zusammenfassung des Beitrags

    Der Vortrag behandelt das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung am Beispiel unseres Umgangs mit dem Wald. Aktuell ist ein verändertes Handeln erforderlich, doch einfache Verbotsstrategien funktionieren nicht. Ein Ansatz ist, durch anschauliche Übungen ein Gefühl für Maß und Verhältnisse zu vermitteln.

    Die Schüler stehen auf einem Quadratmeter und erkennen, dass wenig Platz für viele ist. Dies verdeutlicht das Prinzip der Nachhaltigkeit: intelligente Nutzung statt absolutes Verzicht. Weitere Übungen zeigen globale Abhängigkeiten und Beschränktheit von Ressourcen auf.

    Der Wald kann CO2 speichern, doch ein unbewirtschafteter Wald speichert nicht deutlich mehr. Entscheidend ist die Vermeidung und Substitution fossiler Brennstoffe durch nachwachsende Rohstoffe. Eine nachhaltige Forstwirtschaft ist nur ein Teil der Lösung.

    Wichtig ist das rechte Maß, wie es Aristoteles und die Heilige Hildegard von Bingen beschrieben. Die Enzyklika von Papst Franziskus mahnt, unser extrem individualistisches Handeln auf blosse Interessen zu überdenken. Bildung könnte Menschen befähigen, ein zukunftsfähiges Maß an Nutzung und schonenden Umgang zu finden.

    Eine Studie zeigt, dass Exkursionen in den Wald positive Effekte haben: Schüler können nach drei Monaten mehr Perspektiven einnehmen und einen stärkeren Lebensweltbezug herstellen. Der nötige Wandel muss intrinsisch motiviert beginnen und Nachhaltigkeitsprinzipien vermitteln sowie sie auf den eigenen Alltag anwenden.

    Obwohl der Wald nur einen Teil unseres CO2-Ausstoßes speichern kann, ist Wesentliches erkannt: Biologische Kapazitäten sind begrenzt, ein natürliches Gleichgewicht existiert und Nutzung ist unvermeidbar, doch in Maßen. Bildung könnte Menschen helfen, ihr eigenes rechtes Maß zu finden.

    Zum Schluss wird Literatur empfohlen und zusammengefasst, dass es darum geht, jungen Menschen zu helfen, sich selbst und das Prinzip der Nachhaltigkeit zu verstehen sowie dies auf ihren Alltag zu beziehen. Dies könnte ihnen ermöglichen, ihr eigenes rechtes Maß des nachhaltigen Umgangs mit der Natur zu finden.

    Insgesamt zeigt der Vortrag eindrücklich, wie anschauliche Unterrichtsmethoden und praktische Exkursionen dabei helfen können, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ein Gefühl für Maß und Verhältnisse zu entwickeln.

    Überblick über die Tagung

    Dass Bäume mehr sind als Holzlieferanten, weiß jeder, der sich von der Schönheit der Wälder oder von majestätischen Baumveteranen verzaubern lässt. Unter der Oberfläche offenbart die Tagung vom 5.-6. Mai 23 eine geheimnisvolle Welt, die den Blick auf den Eigenwert der Pflanzen lenkt statt nur auf den Nutzwert.