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Im Unvermögen, die Natur, in der der Mensch lebt, gleichsam von außen zu betrachten und vollständig zu objektivieren, liegen die Grenzen jeder wissenschaftlichen Theorie. Keine Theorie kann die Natur als Ganze erschöpfend darstellen; jede weist über sich hinaus auf einen uneinholbaren Überschuß an Wirklichkeit. Um sich dennoch ein Bild vom Weltganzen zu machen, wurden Metaphern ersonnen, die nicht durch wissenschaftliche Detailerkenntnisse ersetzt werden können.
Regine Kather möchte paradigmatisch die Funktion einiger Metaphern, die für die philosophische Kosmologie des Abendlandes grundlegend sind, nachzeichnen. Es handelt sich um die Metaphern des Gartens, des Lebewesens, des Uhrwerks und der Weltmaschine. Durch die Konzentration auf kosmologische Metaphern wird deutlich werden, wie sich die jeweilige naturwissenschaftliche Theorie auf die Gesamtsicht der Wirklichkeit auswirkt. Diese Dynamik spiegelt nicht nur die perspektivische Begrenzung kosmologischer Metaphern, sondern auch deren uneinholbaren Überschuß. Gerade die ältesten Motive, die des Gartens und des Lebewesens, haben nicht nur eine historische Bedeutung; sie werden im 20. Jahrhundert in einem verwandelten Sinn wieder aufgegriffen.