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In dem Beitrag “Natur als Prozess – Menschen als Teil und Gegenspieler der Natur” plädiert Regine Kather für einen tiefgreifenden Wandel im menschlichen Verhalten und Denken, um die Natur zu bewahren und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Dies erfordert eine ethische Neuausrichtung, die die Eigenwertigkeit und Dynamik aller Lebensformen und Ökosysteme anerkennt.

Zusammenfassung
Vortrag bei der Tagung “Vom Sieger zum Verlierer? Die Rolle des Menschen im Netz des Lebens“, 28.-29.06.24, Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
(Transkript von freesubtitles.ai, Zusammenfassung von ChatGPT 4o; es gilt das gesprochene Wort)
Einführung und Problemstellung
Regine Kather erörtert die Rolle des Menschen in der Natur, indem sie aufzeigt, dass Natur und Klima von Natur aus dynamisch sind. Die menschliche Maßlosigkeit hat jedoch die natürlichen Prozesse erheblich gestört und die eigenen Überlebensgrundlagen gefährdet.
Die Eigendynamik der Natur
Natur und Klima sind nicht stabil, sondern unterliegen einem ständigen Wandel. Die Evolution zeigt, dass alle Lebewesen, einschließlich des Menschen, das Ergebnis unvorhersehbarer Mutationen und Anpassungen an Umweltbedingungen sind. Die menschliche Spezies ist nur ein kurzer Moment in der langen Geschichte des Planeten.

Anthropogene Einflüsse und das Anthropozän
Der Mensch hat durch technologische Fortschritte und industrielle Aktivitäten tiefgreifende Veränderungen in der Umwelt bewirkt. Diese Eingriffe haben das Konzept des Anthropozäns hervorgebracht, eine Epoche, in der der Mensch zum dominanten geologischen Faktor geworden ist.
Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels
Kather betont, dass die Menschheit an einem Scheideweg steht. Die bisherigen Erfolgsstrategien der Expansion und Ressourcennutzung stoßen an ihre Grenzen. Ein Umdenken ist erforderlich, um die Überlebensfähigkeit des Planeten zu sichern. Dies schließt eine drastische Reduktion der Geburtenrate, nachhaltige Lebensstrategien und den Schutz der natürlichen Regenerationsfähigkeit ein.
Moderne Naturschutzkonzepte
Kather beschreibt verschiedene ethische Ansätze des Naturschutzes:
- Anthropozentrische Ethik: Schützt die Natur aus eigenem Interesse der Menschen.
- Pathozentrische Ethik: Minimiert Leid und maximiert Wohlbefinden aller leidensfähigen Kreaturen.
- Biozentrische Ethik: Anerkennt den Eigenwert aller Lebewesen, einschließlich Pflanzen.
- Holistische Ethik: Bezieht auch anorganische Stoffe ein und sieht die Natur als ein dynamisches System mit intrinsischem und funktionalem Wert.
Die ästhetische Dimension der Natur
Die Natur hat eine ästhetische Dimension, die über das bloße Überleben hinausgeht. Das Erleben der Schönheit der Natur kann therapeutische Wirkungen haben und sollte gefördert werden. Ästhetische Erfahrungen sind nicht nur subjektiv, sondern spiegeln die innere Ordnung und Harmonie der Natur wider.
Schlussfolgerungen und Handlungsbedarf
Kather fordert einen grundlegenden Wandel der menschlichen Lebensstrategien, um die Natur und die menschliche Zukunft zu sichern. Dies erfordert eine neue ethische Haltung, die die Eigenwertigkeit aller Lebensformen anerkennt und die dynamische Natur der Ökosysteme respektiert.
Abschließende Gedanken
Die Natur zeigt durch ihre Eigendynamik und Schönheit Hinweise auf eine größere geistige Ordnung. Der Mensch sollte die Natur um ihrer selbst willen respektieren und nicht nur als Mittel zum eigenen Überleben betrachten.
Gesamter Vortrag als pdf-Datei
Die Beiträge der Tagung
Führt uns die expansive Erfolgsgeschichte der menschlichen Evolution nun in die ökologische Sackgasse? Nicht, wenn wir unsere Natur überwinden - meint der Paläogenetiker Johannes Krause.
Ana Honnacker bringt die Idee der ökologischen Trauer als Schlüsselemotion für die notwendige Transformation ein. Wer betrauert wird, gehört in den Kreis derer, die moralisch zu berücksichtigen sind.
Regine Kather plädiert für einen tiefgreifenden Wandel im menschlichen Verhalten und Denken, um die Natur zu bewahren und eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Eine ethische Neuausrichtung erkennt die Eigenwertigkeit und Dynamik aller Lebensformen und Ökosysteme an.