KI als Forschungsthema der Religionspädagogik

von Birte Platow

Birte Platow
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Birte Platow, Professorin für Religionspädagogik und Vorstandsmitglied im Zentrum für Skalierbare Datenanalyse und Künstliche Intelligenz (ScaDS) in Dresden, spricht als Theologin in einem interdisziplinären Umfeld über das Verhältnis von Theologie und Technik.

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    Historisch betrachtet gab es verschiedene Phasen der theologischen Technikrezeption, angefangen von einer Mystifizierung über eine kompensatorische Sichtweise bis hin zu einem Technikrealismus. Dabei ist es wichtig, Technik differenziert zu betrachten und nicht global einzuordnen. Die Referentin hält fest, dass Theologinnen und Theologen einen wichtigen Beitrag im interdisziplinären Diskurs leisten können. Sie müssen sich aber technisches Wissen aneignen und ihre theoretischen Grundlagen überdenken. Wichtig sind eine differenzierte Betrachtung von Technik und nicht nur die Beschäftigung mit der Wirkungsforschung, sondern eine frühe Einbindung in Entwicklungsprozesse. Bezogen auf die Religionspädagogik speziell zeigt sie auf, wie sich Menschen in Analogie zu vorherrschenden Technologien wahrnehmen, was Auswirkungen auf die Identitätsbildung hat.

    Mehr von der Tagung “Theologie, wie hältst du es mit der Technik?”

    Der systematische Theologe und Ethiker Jörg Dierken geht mit einer breit angelegten Reflexion auf die Begriffe Technik, Kultur und Theologie ein. Verbunden sind diese durch eine am deutschen Idealismus orientierten Verhältnis von Geist und Natur. Von daher diagnostiziert er die Positionen des Transhumanismus und der Gaia-Ökologie.

    Der Pastoraltheologe Wolfgang Beck macht auf das Konkurrenzverhältnis von Religion und Technik aufmerksam. Er will dies aber nicht im Sinne einer kulturellen Verfallshermeneutik verstanden wissen, sondern vielmehr als theologischen Befreiungsprozess, als Befreiung von magischen Vorstellungen und auf Machterhalt ausgerichteter Strategien.

    Für Birte Platow setzt der Diskursbeitrag von Theolog:innen voraus, dass sie sich technisches Wissen aneignen und ihre theoretischen Grundlagen überdenken müssen. Wichtig sind eine differenzierte Betrachtung von Technik und eine frühe Einbindung in Entwicklungsprozesse. Bezogen auf die Religionspädagogik zeigt Platow auf, wie sich Menschen in Analogie zu vorherrschenden Technologien wahrnehmen, was Auswirkungen auf die Identitätsbildung hat.

    Der wissenschaftlich–technische Fortschritt führt auch auf die Frage, was den Menschen letztlich ausmacht. Wie ist es um Freiheit und Verantwortung bestellt, und was wird künftig aus dem Menschen, wenn die Technik, insbesondere die Künstliche Intelligenz immer besser wird? Der Technikphilosoph Armin Grunwald stellt die alte Frage „Wer bist du, Mensch?“ auf aktuelle Weise neu: Als Frage nach dem Menschen im Spiegel seiner Technik.