- Natur als Prozess - 9. Juli 2024
- Haben Bäume ein Bewusstsein? - 13. Juni 2023
- Das Spektrum menschlicher Gefühle - 13. Dezember 2022
Die Philosophin Prof. Dr. Regine Kather stellt Bäume als Zeitzeugen, Ökosysteme und Welterbe vor. Der dokumentierte Auszug aus dem Vortrag geht der Frage nach, ob Bäume ein Bewusstsein haben. Dazu könne man zunächst drei Wertekonzeptionen unterscheiden: Der Baum habe 1. einen instrumentellen Wert, er könne 2. einen relationalen Wert haben, weil er z. B. an jemanden erinnert. Und er habe 3. einen Eigenwert unabhängig davon, ob er jemandem nützt oder jemand ihm eine Bedeutung zuschreibt: Er verfüge über eine Eigendynamik, durch die er seine artgemäße Entwicklung und Vermehrung sowie sein Wohlbefinden anstrebt. In diesem Sinne habe er eine rudementäre Form des Selbstseins, ein innewohnendes Streben und intrinsisches Ziel, das nicht von anderen an ihn herangetragen wird. Bestimmte Bäume als schützenswertes Nationalerbe auszurufen sei daher mehr als angemessen.

Gesamter Vortrag als pdf-Datei
Überblick über die Tagung und Videodokumentationen
Dass Bäume mehr sind als Holzlieferanten, weiß jeder, der sich von der Schönheit der Wälder oder von majestätischen Baumveteranen verzaubern lässt. Unter der Oberfläche offenbart die Tagung vom 5.-6. Mai 23 eine geheimnisvolle Welt, die den Blick auf den Eigenwert der Pflanzen lenkt statt nur auf den Nutzwert.
Die Philosophin Regine Kather stellt Bäume als Zeitzeugen, Ökosysteme und Welterbe vor. Der dokumentierte Auszug aus dem Vortrag geht der Frage nach, ob Bäume ein Bewusstsein haben.
Heike Wagner konnte authentisch die Vorstellung der Indigenen vom "lebendigen Wald" nahe bringen. In einer epistemischen Dekolonisierung habe man diese Wissensform ernst zu nehmen jenseits von Romantisierung und Exotisierung.
Robert Vogl macht eine "Bildung für nachhaltige Entwicklung" stark. In Beispielen und im Selbstversuch mit den Teilnehmenden demonstrierte Vogl, wie eine solche Bildung konkret umgesetzt werden kann.